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Tuina-Behandlung bei Ischialgien und Blockaden des Iliosakralgelenkes

Für Schmerzen in der Beckenregion und ausstrahlende Schmerzen bis ins Bein gibt es viele Ursachen. Neben den oft langwierigen Krankheitsbildern der Bandscheibenprotrusion oder des Bandscheibenvorfalls kann eine Dislokation des Iliosakralgelenks (ISG) Symptome verursachen, die denen von Bandscheibenschäden ähneln. Diese lassen sich oft sehr gut und zeitnah mit den Behandlungstechniken der Tuina in Griff bekommen.

Die Tuina-Massage ist eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM); sie ist die manuelle Therapie der TCM. Mit Hilfe der manipulativen Mobilisationstechniken und der gezielten Behandlung bestimmter Akupunkturpunkte mit den Händen können Fehlstellungen des ISGs und Schmerzen nachhaltig beseitigt werden. Um dies zu erreichen, ist eine genaue Differentialdiagnose notwendig, die sowohl nach westlichen wie auch nach den Kriterien der chinesischen Medizin erfolgen sollte.

Die richtige Diagnose stellen


Die Ursachen für Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in Gesäß und Beine können vielfältig sein. Neben einem Wurzelkompressionssyndrom durch eine Bandscheibenvorwölbung oder eine arthrotisch bedingte Spondylose können auch andere mechanische Veränderungen verantwortlich für die Schmerzsyndrome sein. Die Dislokation des Os ilium gegenüber dem Os sacrum führt zu einem belastungsabhängigen Schmerz im Einbeinstand, in der Standbeinphase beim Gehen, beim Treppensteigen oder auch einfach beim nächtlichen Umdrehen im Bett. Das Sitzen ist meist schmerzfrei möglich, wobei es aber beim Aufstehen erneut zu stechenden Schmerzen im Becken oder gar Ausstrahlungen ins Bein kommt. Die Beugung im Hüftgelenküber 90° verstärkt den Schmerz. Meist ist dieser einseitig, im Bereich des Übergangs zwischen der Lendenwirbelsäule (LWS) und dem Becken oder tief im Gesäß. Nicht selten strahlt der Schmerz in die Leiste oder das Schambein aus.

Damit lässt sich die Blockade des ISGs vom Wurzelkompressionssyndrom mit den dazugehörigen radikulären Schmerzen unterscheiden. Aufgrund ihrer anatomischen Besonderheit hat die gelenkige Verbindung zwischen dem Sacrum und dem Ilium eher die Funktion eines Reserveraums für endgradige Bewegungen des Hüftgelenks oder der Wirbelsäule. Das ISG kann selbst nicht aktiv bewegt werden, sondern bietet mit seiner mondsichelförmigen Gelenkfläche und dem stabilen Bandapparat vielmehr einen Puffer für die maximale Durchführbarkeit einer tiefen Beugung aus dem Stand oder eines Heranziehens des Knies an den Brustkorb, da es die einachsige Bewegung der Wirbelsäule auf die beiden Beinachsen umlenkt. Eine hebelnde Bewegung kann dazu führen, dass das Gelenk in einer verkanteten Position stehen bleibt. Schmerzauslösend ist der auf den Bandapparat wirkende Stressreiz, in manchen Fällen auch eine Entzündung der Gelenkkapsel.

Auslöser für eine ISG-Blockade ist in den meisten Fällen ein Fehltritt, wie er beispielsweise passiert, wenn man eine Stufe übersieht, stolpert oder in ein Schlagloch tritt. Ungünstige Bückbewegungen unter Rotation sowie extreme Dehnhaltungen bei Gymnastik und Sport können ebenso zu Blockaden im ISG führen. Frauen sind besonders häufig von Fehlstellungen des ISGs betroffen, da sich in der Schwangerschaft der straffeBandapparat lockert, um dem Kind den Durchtritt durch das Becken zu ermöglichen. Deshalb ist sowohl während der Schwangerschaft, aber auch in den Monaten danach eine Häufung von ISG-Blockaden zu beobachten. Auch Frauen, deren Bandapparat durch mehrere Schwangerschaften instabil geworden ist, oder Menschen, die unter einer Bindegewebsschwäche leiden, sind von ISGBlockaden betroffen.

 

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Dieser Artikel ist im Naturheilkunde Journal (6 / 2017) erschienen.

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