Medizinstudent:innen

SMS-Summerschool

„Die Summerschool im letzten Jahr war wie ein dröhnender Gong für mich. Klar und konsequent. Ich wusste: Das ist es. Diese Medizin wollte ich immer schon. Das will ich machen. Diese Menschen. Mit denen will ich zusammenarbeiten.“


Nele aus Hamburg

Inhalt

 

Herzlich willkommen zur SMS-Summerschool: Deiner einzigartigen Gelegenheit, die Welt der Chinesischen Medizin hautnah zu erleben!

 

Motto: Den Körper besser verstehen mit Hilfe der Chinesischen Medizin
Nächster Termin: 24. - 28. August 2024 (Frühbucherrabatt bis zum 15.04.2024)

  • Für Medizinstudent:innen geschaffen:
    Tauche ein in Diagnostik und Therapie, übe Akupunkturpunkte zu lokalisieren, setze Nadeln, praktiziere Schröpfen, Moxen und entdecke die Kunst des Kräuterkochens. In simulierten Fällen und klinischen Situationen vertiefst du dein Wissen und stärkst deine praktischen Fertigkeiten.
  • Ein Ort der Inspiration:
    Mitten in einer idyllischen Berglandschaft bieten wir nicht nur spannende Lehrinhalte, sondern auch Raum für Meditation, Gespräche, Lachen und Diskussionen. Genieße die Natur beim Taiji oder Qigong auf der Wiese, beim Baden oder während einer kleinen Wanderung.
  • "Stipendium" für Chinesische Medizin:
    Die Summerschool ist mehr als nur ein Kurs – sie ist eine Art Stipendium, das dir die Chance gibt, die Chinesische Medizin (neu) zu entdecken. Dank unserer Kooperationspartner zahlst du lediglich eine Kostenpauschale für Übernachtung und Verpflegung. Kursmaterialien und die Teilnahme sind für dich kostenfrei.
  • Ganzheitliche Perspektiven:
    Diskutiere mit uns über die Vision einer menschlichen Medizin, die sowohl für Ärzt:innen als auch für Patient:innen erstrebenswert ist. Wir bieten einen umfassenden Einblick in die Chinesische Medizin, von Arzneimitteltherapie über Akupunktur bis hin zu Diätetik, Tuina und Taiji.

Mit diesem Lehrgang möchten wir Euch alle Bereiche der Chinesischen Medizin, Arzneimitteltherapie, Akupunktur, Diätetik, Tuina und Taiji vorstellen! Sei dabei und entdecke mit uns die vielfältige Welt der Chinesischen Medizin!



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Qigong am Morgen

Gemeinsames Kochen



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TCM-Unterricht bei der Summerschool

Details

Details zur Summerschool

Wer / Wo / Wann ?

 

Gesucht:

  • 30 neugierige Medizinstudent:innen, die sich mit Neugier und Initiative für Chinesische Medizin interessieren

 

Location:

  • Ruhig gelegene Gruppenunterkunft (Selbstversorgerhütte) in Österreich
  • Hirschegg / Kleinwalsertal

 

Termin:

  • 24.-28. August 2024
  • 5 Tage, um zu sich zu kommen und gemeinsam neue Wege in der Medizin zu finden

Kosten / Vorkenntnisse

 

Kosten:

  • 0,- Euro Seminargebühr. Kursmaterialien und Kurs sind kostenfrei, da die Teilnahme an der SMS-Summerschool von der SMS und Sponsoren der TCM finanziell unterstützt wird.
  • 290,- Euro ausschließlich für Unterkunft und Verpflegung
  • Frühbucherrabatt bis 15. April 2024: 260,00 Euro

 

Vorkenntnisse:

  • Sind nicht erforderlich. Wir haben verschiedene Inhalte (Basic und Advanced Module) vorbereitet.
  • Solltest Du Vorkenntnisse haben, fasse diese bitte kurz zusammen und teile sie uns in der Bewerbung mit.

Bewerbung / Anmeldung

 

Wir benötigen von Dir: Name, Adresse, Mobilnummer, E-Mail, zwei Sätze, warum Du an der Summerschool teilnehmen möchtest und ob Du schon Vorerfahrungen hast (und bitte auch eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung).


Bitte schreibe uns eine E-Mail an sms@tcm.edu oder buche einfach und unkompliziert über den nachfolgenden Anmeldebutton.

 

Summerschool buchen

Sponsoren der vergangenen Summerschool

 

Impressionen

Summerschool der vergangenen Jahre

Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte der vergangenen Summerschools

von Inga Wimmer, Kiel


Die diesjährige Summerschool der SMS fand unter dem Leitgedanken statt, wie uns die Chinesische Medizin im modernen Zeitalter trotzdem helfen kann. Der urige Berghof Piz – inmitten idyllischer Natur im Montafon in den Alpen gelegen – bot den fabelhaften Rahmen, um für fünf Tage gänzlich in die Welt der TCM eintauchen zu können und den oftmals theoretischen Studienalltag (insbesondere nach der langen COVID-Phase) hinter uns zu lassen.

An einigen Unis hatten sich aufgrund der Corona-Situation die Vorlesungs- und Prüfungszeiträume verlängert, sodass sich dieses Jahr nur eine kleinere Gruppe von Medizinstudentinnen zusammengefunden hat. Auch von den Dozenten mussten bedauerlicher Weise einige passen. Umso familiärer war der Rahmen und es bot sich viel Raum, um wertvolle Selbsterfahrungen zu sammeln und viel praktisch zu üben.

 

Dr. Sandra Bürklin als Neurologin und Dr. Marc Scheuermann als Internist haben uns mit ihren Vorträgen nicht nur spannende Einblicke in ihren Praxisalltag gegeben, sondern uns ein Stück weit mit auf die Reise genommen: vom Ursprung, wo sie persönlich damals mit der TCM in Berührung gekommen sind, über Hospitationen in China bis hin zur Gegenwart und ihrer Motivation, ihre eigenen Erfahrungswerte an uns im Rahmen der SMS-Summerschool weiterzugeben. Während der gesamten Summerschool standen sie stets für Fragen und reflektierende Gespräche zur Verfügung.


Wir erhielten eine grundlegende Einführung in die Diagnostik der TCM – die acht Leitkriterien, die fünf Wandlungsphasen, die Funktionskreis-Theorie, die wichtigsten Energieformen, die Agenzien, die vier diagnostischen Verfahren sowie die chinesische Zungen- und Pulsdiagnose. Mit der Zungendiagnostik sind wir dann auch in die Praxis eingestiegen und waren sofort fasziniert, was sich anhand der einfachen Betrachtung der Zunge bereits erkennen lässt. Jede von uns durfte einmal unkonventionell die Zunge herausstrecken und spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Eis gebrochen und die Neugier entfacht.


Die unterschiedlichen Pulsbilder wurden uns anschaulich nähergebracht; in der Praxis konnten wir versuchen, bei uns gegenseitig die Pulse zu tasten und Unterschiede zu spüren und haben dabei festgestellt, wie komplex und erfahrungsbasiert die Pulsdiagnostik ist.
Anhand eines Praxisbeispiels innerhalb unserer Gruppe haben wir gelernt, wie eine ausführliche chinesische Anamnese – ergänzend zur schulmedizinischen – zu erheben ist.


Nachdem uns die theoretischen Aspekte zur Akupunktur und dem Leitbahnsystem vermittelt worden sind, konnten wir unter Anleitung wichtige Akupunkturpunkte selbst lokalisieren und unsere ersten Nadeln stechen. Darüber hinaus haben wir uns gegenseitig geschröpft, mit Gua-Sha-Techniken behandelt und Moxa-Therapie ausprobiert. Dies waren für die meisten von uns sicherlich die eindrücklichsten, intensivsten und resonantesten Erfahrungen. Wir haben uns zudem mit dem Paradigma der Arzneimittel in der TCM vertraut gemacht. Hierzu haben wir zunächst Arzneien mit unseren Sinnen erforscht und versucht zu beschreiben, schließlich haben wir die Arzneien einzeln ausgekocht und blind verköstigt.

 

Dr. Patricia Krinninger hat uns mit ihrem umfangreichen Fachwissen in die Theorie der chinesischen Diätetik eingeführt und uns die Komplementarität der westlichen und chinesischen Ernährungslehre aufgezeigt und dies an Praxisbeispielen veranschaulicht. Auch hier durften wir uns in der Zubereitung einer Mahlzeit ausprobieren.


Für unser leibliches Wohl im Einklang mit der chinesischen Diätetik hat ansonsten Theo Sommer gesorgt, der uns liebevoll von morgens bis abends leckere Gerichte auf den Tisch gezaubert hat und uns kostbare Zubereitungs-Tipps mit auf den Weg gegeben hat.

 

Dr. Marc Sohm hat uns als externer Dozent noch die Möglichkeiten der TCM in der Sportmedizin aufgezeigt und uns aus seiner praktischen Arbeit mit Leistungssportlern berichtet.


Der Kontrast zu Hörsaal und Klinik hätte kaum größer sein können, um in entspannter Wohlfühl-Atmosphäre und wundervoller Umgebung authentische Einblicke in sämtliche Bereiche der TCM zu erhalten.


Der Versuch, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen, ist geglückt. Wir sind nach der Summerschool überzeugt, dass uns die Chinesische Medizin im modernen Zeitalter nicht nur trotzdem helfen kann, sondern vor allem mit ihrer ganzheitlichen Betrachtungsweise und vielfältigen Interventionsmöglichkeiten eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin darstellt und die Chinesische Medizin uns helfen wird, den Körper besser zu verstehen.

 

Ein herzliches Dankeschön an das Team der SMS-Summerschool für eine lehr- und erlebnisreiche Zeit voller Leichtigkeit im Einklang mit der Natur und die wertvollen Impulse für unsere private und berufliche Zukunft. Uns hat eure Begeisterung und Freude für die TCM inspiriert und wir freuen uns über die Möglichkeit, bei der SMS bereits parallel zum Medizinstudium mit der Ausbildung in der Chinesischen Medizin beginnen zu können.

von Sandra Bürklin, Bad Aibling

 

Bereits zum 7. Mal fand in diesem Jahr vom  31.7. - 4.8. 2021 die SMS-Summerschool für MedizinstudentInnen und angehende ÄrztInnen statt. Dieses Mal allerdings mit einem optimierten, alle Bereiche der TCM einschließenden Konzept: Als großartige Location wurde eine große Selbstversorgerhütte mitten in der Natur in Tschagguns im wunderschönen Montafon gemietet.

Um die 27 StudentInnen von der Sinn- und Schmackhaftigkeit der chinesischen Diätetik zu überzeugen, wurde ein eigener Koch engagiert, der uns durchgehend mit tollen Gerichten versorgte. Dies reichte vom warmen Porridge morgens über Currys mittags bis hin zu tollen Suppen am Abend. Die theoretischen Hintergründe der Diätetik durften sich die StudentInnen von Dr. Patricia Krinninger erklären lassen und an einem Nachmittag auch unter Anleitung kochen.

 

Die Grundlagen der TCM wurden zu Beginn erläutert und in den folgenden Tagen durch intensivierte Theorie und vor allem viel Praxisanwendungen anschaulich gemacht. Die StudentInnen konnten unter Anleitung akupunktieren, schröpfen, Gua Sha ausprobieren und auch gemeinsam chinesische Arzneimittel auskochen, beschreiben und trinken. Um ihnen auch die Vielfältigkeit der Anwendungsbereiche der TCM näherzubringen, hielten Dr. Marc Scheuermann als Internist, Dr. Rose Fintelmann als HNO-Ärztin und Dr. Sandra Bürklin als Neurologin auch noch einzeln Vorträge und präsentierten viele Patientenfälle. Zudem konnte Dr. Marc Sohm als externer Dozent gewonnen werden, der einen spannenden Vortrag zum Thema TCM und Sportmedizin hielt.

 

Das Programm wurde komplettiert durch Konstantin Berberich, der als erfahrener, langjähriger Taiji-Lehrer und Dozent sowohl theoretische Einblicke ins Taiji gab, als auch einige Trainingseinheiten in der wunderbaren Natur mit den StudentInnen durchführte.

 

Das Gesamtkonzept kam bei den Studenten hervorragend an, besonders das vielfältige Wissen der Dozenten, das Essen und die Location stießen auf große Begeisterung. Auch die vielen praktischen Erfahrungen und Gespräche zwischendurch beim Wandern und Abendessen führten zu einer schönen Atmosphäre.

 

Wir freuen uns sehr, trotz aller Widrigkeiten auch 2021 wieder eine Summerschool durchgeführt zu haben und freuen uns noch mehr, dass wir auch dieses Mal wieder einige Studenten für die TCM gewinnen konnten. Zum Schluss drücken wir noch die Daumen, dass auch 2022 wieder eine Summerschool möglich sein wird − die Hütte ist schon reserviert.

von Navina Nasseri, Hamburg

 

An einem sommerlichen September-Nachmittag trafen sich ca. 25 Studenten und Studentinnen − angereist aus Lübeck bis Bayern − zur diesjährigen SMS-Summerschool im Almbad Huberspitz am Schliersee. Meteorologisch wurden wir reich beschenkt, so dass der ohnehin wunderbare Ausblick bei warmen Temperaturen und blauem Himmel für uns zur Begrüßung besonders schön war.

Die freundlichen Dozenten und auch die Mitarbeiter des Almbads schufen eine angenehme Atmosphäre, und bei einem ersten Willkommenstrunk entstanden schnell erste Gespräche zwischen den Angereisten. Die Stimmung war für viele von uns während des gesamten Aufenthalts eine ganz besondere: Obwohl wir alle aus ganz unterschiedlichen Semestern, Studienfächern und Altersgruppen kamen, herrschte stets ein Gefühl der Verbundenheit.Bei einer Vorstellungsrunde gab es schnell die ersten Lacher, und man lernte sich gegenseitig ein bisschen besser kennen. Es wurde klar, dass die erfahrenen Dozenten und Fachleute der SMS einen wirklich umfangreichen Stundenplan für uns ausgetüftelt hatten, der aber stets nach Interessenlage abgesprochen und angepasst werden konnte. Besonders gut war, dass viel Zeit für praktische Übungen vorgesehen war und wirklich jede(r) die Möglichkeit bekam, unter Anleitung einmal Chinesische Medizin hautnah auszuprobieren. Auch an freiwilligen Testpatienten mangelte es nicht, denn: Richtig gemacht, tut Akupunktur gar nicht weh!

 

Wir lernten vieles über Grundzusammenhänge und bekamen insbesondere die Physiologie und Pathophysiologie der östlichen Medizin näher gebracht. Darauf aufbauend gingen die Dozenten auf Diagnostik und Therapie ein, immer in einem Tempo, das für alle Beteiligten angemessen war. Fragen waren zu jedem Zeitpunkt ausdrücklich erwünscht, fachliche Diskussionen folgten, und man hatte stets auch ein offenes Ohr für kritische Äußerungen. Ein Highlight im Stundenplan waren sicherlich die Taiji-Workshops und andere praktische Übungen unter freiem Himmel. Da es so warm war, konnten wir z.B. die Kunst der Akupunktur, des Schröpfens und der Ohrakupunktur im warmen Sonnenlicht ausprobieren. Für Theorieabschnitte fanden wir uns dann im technisch gut ausgestatteten Seminarraum ein und konnten konzentriert unser ausgeklügeltes Skript durcharbeiten. Durch die unterschiedlichen Dozenten, die häufig ihr persönliches Steckenpferd bzw. ihre bevorzugte Thematik (z.B. Ohrakupunktur, Neurologie, Taiji) selbst vorstellten, blieb es bei all dem geistigen Input stets abwechslungsreich und interessant. Auch interaktive Frage-und-Antwort-Runden lockerten den Frontalunterricht regelmäßig auf. Insgesamt wurde auf beinahe jeden Aspekt der Chinesischen Medizin eingegangen.

 

Die Praxisanleitungen umfassten Zungendiagnostik, Akupunktur, Guasha, Moxibustion und Schröpfen. Wir begannen auch die Grundlagen der Pulsdiagnostik zu besprechen, die man jedoch aufgrund ihrer Komplexität kaum in einer viertägigen Summerschool mit TCM-Newbies unterbringen kann.Immer ein populäres Thema bot übrigens die ausgezeichnete Verköstigung durch unsere Gastgeber: Die sehr leckere Bio-Küche des Almbads Huberspitz hat uns mit ausgefallenen Gerichten wunderbar durch die Woche begleitet. Auch an Komfort mangelte es nicht: Nach einer ausgiebigen Wanderung wurde für uns schon einmal die Sauna vorgeheizt, und der Hot Tub auf der Terrasse diente manchen von uns als idealer Ort, um vor dem Abendbrot schon einmal einen Aperitif zu sich zu nehmen.Auch weil wir alle noch ganz am Anfang unserer Karriere stehen, war es toll, dass die Dozenten sich für unsere Fragen so viel Zeit nahmen. Man hatte die Möglichkeit, Konzepte kennen zu lernen, wie man Schulmedizin und die Ausbildung in der TCM miteinander kombinieren kann. Das sogenannte Netzwerken und der Erfahrungsaustausch unter den Studenten füllte ebenfalls einen Großteil der Zeit im Almbad. Die Pausen nutzten wir oft, um unsere Doktorarbeiten und Klausuren zu besprechen, die teilweise sehr unterschiedlichen Curricula unserer Unis zu vergleichen oder auch einfach mal zu plauschen und entspannt die Berge anzuschauen.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für die wertvolle Erfahrung und schöne Zeit bei unseren Dozenten Drs. Marc Scheuermann, Sandra Bürklin, Patrizia Krinninger, Rose Fintelmann, Konstantin Berberich und Miriam Bernatik, die mit großem privatem Engagement und ehrenamtlich diese Summerschool für uns ermöglicht haben. Unser Dank gilt auch den Sponsoren, wir haben uns sehr über die kleinen und großen Goodiebags gefreut und konnten, kaum Zuhause angekommen, direkt mit dem Üben loslegen.Wir hoffen, dass noch viele weitere SMS-Summerschools möglich werden können.

Uns haben diese Tage auf der Huberspitz Alm jedenfalls sehr gefallen.

von Miriam Brandes und Alexander Lemaire, Lübeck

 

Es ist ein grauer Montagmorgen, als sich eine kleine Gruppe von zukünftigen Medizinern mit großen Augen und vielen Fragen im Kopf im kleinen bayrischen Hausham auf dem Parkplatz versammelt hat.

Unsere gemeinsame Reise beginnt mit dem Aufstieg auf die Huberspitz-Alm, was für die kommenden vier Tage unsere Stätte des Erlebens, Ausprobierens und Wohlfühlens werden soll.Oben angekommen, werden wir alle persönlich von Marc, Konstantin und Sandra (Marc Scheuermann, Konstantin Berberich und Sandra Bürklin) begrüßt. Sie und noch einige Dozenten mehr (Simone Pfaundler, Rose Fintelmann, Patricia Krinninger und Miriam Bernatik) werden in den kommenden Tagen für all unsere neugierigen und auch skeptischen Fragen zur Verfügung stehen.

 

Nachdem wir alle unsere Zimmer bezogen haben und noch halbwegs überwältigt sind vom Ausblick, Komfort und der Idylle dieses Fleckchens Erde, wird es unten im Garten Zeit für einen Begrüßungstrunk und eine kleine Vorstellungsrunde. Wir versammeln uns in Kleingruppen, die unserer Zimmeraufteilung entspricht und stellen uns den anderen mit unseren Vorstellungen und Erwartungen an die nächsten Tage vor. Schnell wird deutlich, dass sich hier eine sehr vielseitige, neugierige und offene Gruppe gefunden hat. Es sind einige unter uns, die bereits Erfahrung im Bereich der Chinesischen Medizin gesammelt haben, aber auch viele, die sich auf dem steinigen Weg durch das Medizinstudium mit zu vielen offenen Fragen alleine gelassen fühlen. Leider ist unsere westliche Schulmedizin immer noch nicht darauf ausgelegt, die Entstehung von Krankheit und die Erhaltung von Gesundheit ganzheitlich zu betrachten und dabei ein Augenmerk auf die Prävention zu richten; all das gelingt der CM auf sehr sanfte und liebevolle Weise mit viel Achtsamkeit und Blick auf jeden Einzelnen. Immer noch überflutet mit neuen Eindrücken essen wir gemeinsam, um uns anschließend in gemütlicher Runde zu unserer ersten Lerneinheit mit dem Thema „Phytotherapie“ zu versammeln. Marc führt uns in die Grundlagen der pflanzlichen Heilkräuter ein. Stellt uns wichtige Rezepturen vor, lässt uns anfassen, riechen und schmecken. Kurzum, mit all unseren Sinnen lernen wir das jahrtausendealte Prinzip der Chinesischen Medizin zu begreifen. Seine für uns ausgearbeitete Keynote-Präsentation wird schnell hinfällig, denn die Fülle unserer Fragen wirft sein gut sortiertes Konzept über den Haufen, was unsere Gespräche sehr dynamisch und lebendig macht. Man bekommt zu spüren, wie sehr Marcs Herz an dieser Medizin hängt, auch wenn er uns immer wieder auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Schulmedizin und CM bewusst macht.

 

Die nächsten Tage startet der Morgen für die allermeisten mit Konstantin und einer Runde Taiji mit dem malerischen Ausblick auf den Schliersee. Konstantin, der sein Taiji über mehrere Jahre in China bei der Familie Chen perfektioniert hat, führt uns in die chinesische Bewegungskunst ein und verhilft dem einen oder anderen zu einem bislang nicht gekannten Körpergefühl. Die weiteren Tage verbringen wir mit Funktionskreisen, Verständnis von Krankheit aus chinesischer Sicht, Zungen- und Pulsdiagnostik. Wir probieren viel aus, akupunktieren uns gegenseitig, lachen viel und bekommen zu spüren, wie es sich anfühlt, wenn die Nadel richtig oder auch mal nicht richtig sitzt und das Qi fließt oder nicht. Wir probieren Guasha aus, um unsere verspannten Rückenmuskeln zu lösen, und genießen die tiefdringende Wärme des Moxakrauts. In einem besonderen Moment spüren wir gemeinsam, wie Energie uns alle verbindet. Beim gezielten Aufsuchen von Ohrakupunkturpunkten mithilfe der RAC-Methode bei einer Freiwilligen können wir als Zuschauer die Pulsveränderung auch an unserem eigenen Körper wahrnehmen. Das Erstaunen und die Bewunderung weicht schnell der Experimentierfreude, und plötzlich liegen diverse Personen auf dem Rücken und werden von Anderen mit kleinen goldenen Hämmerchen am Ohr gekitzelt.

 

An den Nachmittagen bleiben uns auch noch Zeit für einen Powernap, einen Spaziergang durch den Wald, einen Saunagang oder einfach Treibenlassen in einem der zwei Hot Tubs. Die Abende lassen wir wohlgenährt und köstlich versorgt durch die super Küche und das Team der Huberspitz-Alm gemütlich mit ein paar Gläsern Wein, Diskussionen und Erzählungen mit Bildern von vergangenen China-Reisen ausklingen.

 

Die vier Tage auf der Huberspitz-Alm führten uns in eine neue Welt voller Alternativen und neuen Erkenntnissen. Es ist Marc und seinem Team zu verdanken, dass die SMS-Summerschool 2017 ein durchschlagender Erfolg war und sich fast die ganze Gruppe am letzten Tag für weitere Kurse in einen Newsletter eingetragen hat. Ohne sich eine Pause zu nehmen, beantworteten sie auch persönliche Fragen und standen uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Diese Freude, innere Ruhe und Zufriedenheit mit sich selbst und der eigenen Arbeit färbte auf uns alle ab und zauberte über die vier Tage immer wieder ein Lächeln ins Gesicht aller Teilnehmer.Wir möchten uns hiermit bei dem gesamten SMS-Team und allen Teilnehmern bedanken, die diese Summerschool so besonders gemacht haben.

Wir werden dieses Event mit Freude weiterempfehlen und freuen uns schon auf das nächste Jahr, wo wir unbedingt wieder teilnehmen möchten.

von Neele Nishkala Stuhr-Wulff aus Hamburg

 

Wie fängt man an? Mit dem ersten Schritt. Den Berg hinauf. Schritt für Schritt bergan durch den würzig duftenden Wald am Schliersee im schönsten Bayern. Bis die Bäume lichter werden und um die Ecke die liebevoll geschnitzten Giebel der Huberspitz-Alm schauen. Der Blick öffnet sich auf das Tal und den See mit der kleinen Insel in der Mitte. Und ganz weit hinten die schneebedeckten Spitzen der Alpen ...

Nebelschwaden schweben hier morgens über See und Tannenkronen, und die Sonne malt aus der Landschaft immer wieder ein Bild zum Seufzen, zum Festhaltenwollen, zum einfach Gucken und Genießen.


An diesem traumhaften Ort verbringen wir, 19 junge Medizinerinnen und Mediziner aus ganz Deutschland (dieses Jahr eine interessante Ballung aus dem Lübecker Raum) und fünf fantastische Dozenten und Ärzte auf kleinem, gemütlichem Raum vier Tage zusammen. Was wir in der Zeit machen? Theoretische Grundlagen der Chinesischen Medizin, nadeln, rote Rücken. Input von morgens bis abends. Klingt wie der absolute Semesterferien-Horror? Es ist das Paradies! Wir essen und trinken zusammen, reden, lachen, hören Grundlegendes zu Funktionskreisen, zur Arzneimitteltherapie, zur Zungen- und Pulsdiagnostik, zur Anamneseerhebung; wir wandern, wir sonnen uns, wir akupunktieren einander gegenseitig, experimentieren; erforschen die Leitbahnen und wie sich Akupunkturpunkte anfühlen und aufspüren lassen; wir tanzen und hören Musik, wir lernen jonglieren; wir bereiten chinesischen Arzneitee selbst zu, wir knabbern und schmecken die darin enthaltenen Kräuter und Wurzeln; wir lernen, Erkältungskrankheiten und Muskelschmerzen aus dem Rücken durch Guasha auszuleiten; wir entdecken die Moxibustion; wir sehen, wie Funktionskreise und Punkte zusammenhängen und welche Akupunkturpunkt-Kombinationen wir für die Therapie wählen können. Wir lernen die Zunge und Pulse unseres Nachbarn zu lesen. Wir saunieren zusammen, tunken ein in den Cold und den Hot Tub, wir führen inspirierende Gespräche. TCM-Summerschool 2016.


Die Tage beginnen um 7:30 Uhr mit Qigong-Übungen durch Josef Hummelsberger oder mit einer halbstündigen buddhistischen Meditation per Video-Teaching von Mingyur Rinpoche. Den Rahmen zum stillen Sitzen schafft Michael Fuchs, Erlebnispädagoge, Teambildner, Sport-und Bewegungsexperte, Bogenschütze und noch vieles mehr, der zur großen Freude aller dieses Jahr wieder dabei ist. Wir beruhigen unseren Geist, hören unseren „Monkey Minds“ zu und tauschen uns am Schluss über unsere Meditationserfahrungen aus. Einige wandern vor den Morgenübungen hinunter zum See, um den Sonnenaufgang und das faszinierende Lichtspiel auf dem Wasser zu genießen und die Lungen beim Ab- und Aufstieg durchzupusten. Dann sorgen wir für Leib und Seele und nehmen nach dem Frühstück um 9 Uhr auf den gemütlichen Korbsesseln Platz. Jeden Tag stehen wir vor dem unlösbaren Problem, zu wem wir uns setzen sollen. Josef Hummelsberger, Marc Scheuermann, Velia Wortmann, Anke Iptchiler und Michael Wullinger erzählen und lehren fantastisch, und man verpasst immer etwas, wenn man sich nicht vierteilen kann. Diese Problematik besteht schon seit dem letzten Jahr. Da hat sich nicht viel getan. Es gibt zwei Unterrichtsmodule, vormittags und nachmittags. Vormittags können wir wählen zwischen Chinesische Medizin – Basics Diagnostik & Physiologie, Funktionskreis Lunge, Einführung in die Arzneitherapie, Chinesische Arzneitherapie bei Darmerkrankungen, Klinik-Kompakt: Behandlung Rückenschmerz, Behandlung Kopfschmerzen. Wissen schaffen, Synapsen verknüpfen, der Kopf arbeitet und raucht. Nach knapp 90 Minuten ruft Michael von draußen. Erfrischung für die Birne. Wir lernen auf dem weichen Rasen in der Sonne jonglieren. Wir vollführen Kunststücke mit Armen und Beinen, bei denen es sich anfühlt, als würden sich beide Gehirnhälften verknoten und dann überraschend entspannen. Wir schubsen einander aus dem Stand und lachen uns schlapp. Eine Runde Input noch, und dann gibt es leckeres frisches Bio-Essen. Danach ist freie Zeit. Manche schlafen, andere wandern zu den nächstgelegenen Almen oder zum See und baden.
Am Nachmittag können wir neben nochmals neuem Input auch viel vom Morgenmodul praktisch anwenden. Da liegt sofort das Gefühl von Experimentieren, Erforschen und Ausprobieren im Raum. Die Begeisterung und Freude sind greifbar; uns geht es so gut! Wir arbeiten in kleinen Gruppen zusammen und üben aneinander und an uns selbst. Das ist wichtig, damit wir wissen, wie sich Akupunkturnadeln, Guasha und Schröpfen anfühlen. Und wir können einander Feedback geben und herausfinden, wie wir besser stechen und streichen, um sowohl wirkungsvoll als auch angenehm für den Patienten zu arbeiten. So haben wir wieder die Qual der Wahl zwischen: Zungendiagnostik und Übungen, Akupunktur Basics 1−3, Akupunktur Advanced (Punkte und Somatotopien am Rücken, Techniken), Workshop Balance-Akupunktur, Besondere Behandlungstechniken: Guasha, Moxa, Schröpfen.


Das Wichtigste ist, die Akupunkturpunkte auf den Leitbahnen (über deren Verläufe wir am Morgen hörten) zu finden, die Stichtechnik zu verstehen und das Gefühl, „den Fisch an der Angel zu haben“, zu suchen und zu üben. An einem anderen Tag betrachten wir unsere Zungen von allen Seiten und lernen nach einem festen Schema, sie systematisch zu beschreiben und dann vorsichtig eine Diagnose abzugeben. Einen anderen Nachmittag steht die Pulsdiagnostik auf dem Programm. Am letzten Tag lernen wir Guasha und Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten).
Die Summerschool endet so ähnlich wie sie anfing. Mit einer Abschiedsrunde, in der wir uns nun schon kennen, Feedback geben und mit dem Abstieg ins Tal.


Die erste Summerschool der SMS (Societas Medicinae Sinensis) im letzten Jahr war wie ein dröhnender Gong für mich. Klar und konsequent. Ich wusste: „Das ist es. Diese Medizin wollte ich immer schon. Das will ich machen. Diese Menschen. Mit denen will ich zusammen arbeiten.“ Vom klinischen Teil des Studiums war ich bisher sehr enttäuscht und frustriert gewesen. Da gab es keine beziehungsweise nicht ausreichend Antworten auf meine Fragen und auf die offenen Fragen, ungelösten Rätsel und immer wiederkehrenden Probleme des klinischen Alltags. Bis jetzt. Die Chinesische Medizin, diese jahrtausendealte Heilkunst, beantwortet auf eine elegante sanfte und unglaublich intelligente Weise diese Fragen und ergänzt unsere westliche Medizin (die sogenannte Schulmedizin). Und nicht nur das. Sie trägt eine ganze Lebensart in sich. Sie bringt uns bei, gesund zu BLEIBEN. Sie ist natürlich auch ein riesiger Berg aus Wissen, an welchen man sich als junger Student kaum herantraut. Unsere Dozenten von der SMS sind in der Lage, uns Stück für Stück mit viel Geduld, Spaß, ohne Druck und vor allem mit gnadenlos viel Begeisterung und Leidenschaft an diesen Berg heranzuführen.


Josef Hummelsberger war Cheforganisator der zwei ersten traumhaften Summerschools. Diesen Job hat er für das nächste Jahr an Marc Scheuermann übergeben und ich weiß, ich schreibe für uns alle, indem ich sage: Wir freuen uns wahnsinnig auf 2017! DANKE allen für die unvergessliche, inspirierende, erholsame, einfach superklasse Zeit!

Dozenten

Dozenten Summerschool

Neurologin und Ärztin für TCM. Bad Aibling

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Niedergelassen als Internist mit Ausrichtung Chinesische Medizin und Akupunktur. Stuttgart

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Niederlassen als Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) und für Phoniatrie und Pädaudiologie. München

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Präsident der SMS, Leiter Ärztliche Schule

Niedergelassen als Facharzt für Innere Medizin, Chinesische Medizin, Akupunktur

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Kontakt

SMS -
SOCIETAS MEDICINAE SINENSIS
Internationale Gesellschaft für
Chinesische Medizin e. V.

Franz-Joseph-Str. 38

80801 München

 

Tel.: 089/ 20 08 36 91

E-Mail: sms@tcm.edu

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