Die Diagnostik der Chinesischen Medizin ...

basiert auf den erfassbaren Sinneseindrücken des Menschen.
Technische Hilfsmittel spielen hierbei klassischerweise keine Rolle.

Chinesische Medizin hilft

Die Chinesische Medizin ist ein leistungsfähiges System zur Diagnose und Behandlung funktioneller, vegetativer und körperlicher Störungen des Menschen. Damit erreicht sie eine Vielzahl von Patienten, denen alleine mit schulmedizinischen Methoden nicht geholfen werden kann.

 

Bei der patientenorientierten, ganzheitlichen Herangehensweise steht der ganze Mensch, sowohl Körper, als auch Psyche, im Vordergrund. Die SMS sieht die Chinesische Medizin als wesentlichen Beitrag zu einer besseren Patientenversorgung. Alle Ärzte der SMS sind in Schulmedizin und Chinesischer Medizin umfassend ausgebildet und können so das Beste aus beiden Systemen für die Patienten wählen.

 

Mit der Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten durch die Chinesische Medizin verbessert sich nicht nur die Situation der Patienten, auch die berufliche Zufriedenheit der Ärzte und Therapeuten nimmt deutlich zu.

Die chinesische Diagnose ist die Grundlage für die Auswahl und den Einsatz der chinesischen Behandlungsverfahren: Akupunktur, Chinesische Arzneimitteltherapie, Diätetik,
Qigong und Tuina.


Diagnostik und Therapien

Therapien und Indikationen

In der Chinesischen Medizin ist die Wahrnehmung der ständigen, lebendigen Abläufe im menschlichen Organismus das wesentliche diagnostische Kriterium. Diese Funktionen im Detail zu erfassen, zu verstehen und deren pathologische Veränderungen zu erkennen ist essenziell.

 

Die Wiederherstellung oder Regulierung gestörter Funktionen geschieht durch chinesische Arzneimittel, Akupunktur, Tuina oder Qigong und Ernährungstherapie auf Basis der chinesischen Diagnose.

Die Erfassung einer Diagnose stützt sich auf vier Verfahren:

1. Befragung: Neben dem Beschwerdebild ist die Gesamtheit des menschlichen Befindens wie z.B. Appetit, Verdauung, Schlaf und Temperaturempfinden wichtig für Beurteilung des Gesundheitszustands.

2. Tastung des Pulses: Der chinesische Arzt unterscheidet über 30 verschiedene Pulsqualitäten, welche detailliert Auskunft über die im Körper zirkulierenden Energien geben können. So gibt es z.B. einen oberflächlichen oder tiefen Puls, einen erschöpften oder saitenförmigen, der sich anfühlt wie eine gespannte Instrumentensaite.

3. Betrachtung der Zunge: Die Zunge ist ein weiterer Spiegel des Zustands des Patienten. Der Zungenkörper wird nach Farbe, Form, Struktur und Zungenbelag differenziert beurteilt.

4. Beurteilung von „Klang und Geruch“, also z.B. der Stimme, aber auch von Atem- und Darmgeräuschen sowie des Geruchs von Schweißen, Urin und Stuhl, rundet die Diagnose ab. Diese Befunde werden nach klaren und bewährten Regeln zu einer Chinesischen Diagnose geordnet. Diese genaue Beschreibung der energetischen Entgleisung ist Voraussetzung für den richtigen Einsatz der therapeutischen Verfahren.


Arzneimitteltherapie

Die Anwendung chinesischer Arzneimittel ist das häufigste therapeutische Verfahren der Chinesischen Medizin. 

Die 400 wichtigsten Arzneimittel sind bei uns in Deutschland über Apotheken erhältlich, die für deren Identität, Qualität und Reinheit garantieren. Weitere Auskunft über die angewendeten Prüfverfahren gibt das von der SMS mitgegründete Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA).

 

Überwiegend werden pflanzliche Substanzen eingesetzt (Blätter, Blüten, Wurzeln, Rinden), selten auch mineralische oder tierische (z.B. bestimmte Muschelschalen). Auf Artenschutz wird streng geachtet.

Im Gegensatz zur westlichen Naturheilkunde werden die Arzneimittel fast immer als Rezeptur, also eine Kombination von Einzelmitteln verwendet. Dies bietet viele Vorteile: Einerseits werden Arzneimittel, die  sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken, kombiniert. Andererseits können dadurch unerwünschte Wirkungen eines Arzneimittels abgeschwächt werden. Dieses Wissen über die Kombination von Arzneimitteln ist weltweit einzigartig.

 

Eingenommen werden die Arzneimittel meist als Abkochung (Dekokt), heutzutage gibt es aber auch Granulate oder Pillen. Arzneimittel werden auch äußerlich bei Hauterkrankungen oder Problemen des Bewegungsapparates angewendet.


Akupunktur

Die Akupunktur ist die im Westen am weitesten verbreitete Therapiemethode der Chinesischen Medizin. Durch das Setzen der Nadel oder das Verbrennen von Beifußkraut, der Moxibustion, an definierten Punkten wird eine komplexe Reaktion im Körper ausgelöst.

Das System der Leitbahnen, auf denen die Akupunkturpunkte liegen, ist eng mit dem Bewegungsapparat und im Inneren mit den Funktionskreisen verknüpft, so dass sich auch komplexe Erkrankungen mit Akupunktur behandeln lassen. Bei uns wird die Akupunktur oft nur zur Schmerztherapie genutzt und auch gelehrt, dabei kann sie, richtig angewendet, sehr viel mehr bewirken. Üblicherweise werden mehrere Punkte stimuliert. Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, sind meist mehrere Behandlungen notwendig.

 

Neben der klassischen, chinesischen Körperakupunktur haben sich im Westen im Laufe der Jahre viele Akupunkturformen entwickelt. Diese Therapieformen wie z.B. die Ohrakupunktur und andere Mikrosysteme sind bei einzelnen Beschwerden sehr effektiv.

Moderne wissenschaftliche Forschungen und Studien bestätigen die Wirksamkeit der Akupunktur bei einer Vielzahl von Erkrankungen und erklären einen Teil der Wirkmechanismen.


Ernährungstherapie (Diätetik)

Die chinesische Ernährungstherapie ist wie die Lebenspflege (yangsheng) ein wichtiger Baustein einer Behandlung mit Chinesischer Medizin.

Das Gesundheitsbewusstsein ist in China traditionell sehr ausgeprägt. Die Übergänge zwischen gesunder Lebensweise und Krankheitsprophylaxe hin zu Therapieverfahren sind fließend. Am besten erkennbar ist das in der chinesischen Ernährungslehre und -therapie, die als Teil der „Pflege des Lebens“ (yangsheng) ein langes, gesundes und erfülltes Leben anstrebt.

 

Die Lebensmittel werden nicht nach ihren Inhaltsstoffen (Kalorien, Nährstoffe) bewertet, sondern nach ihren Wirkungen im Körper.

Ihr Temperaturverhalten (kalt bis heiß) gibt Aufschluss über ihre energetische Dynamik (z.B. bewirkt Chili eine Beschleunigung der physiologischen Prozesse, Wassermelone eine Verlangsamung). Die Geschmacksrichtung (salzig bis scharf) gibt an, in welcher Schicht ein Lebensmittel wirksam ist. Die energetische Wirktendenz besagt, ob ein Lebensmittel emporhebt, absenkt, an der Oberfläche oder in der Tiefe wirkt (Frühlingszwiebeln wirken emporhebend, Spinat absenkend, Zimt wirkt an der Oberfläche, Tomate in der Tiefe).

 

Die Aussagen über die Wirkungen der Nahrungsmittel ermöglichen nach einer chinesischen Diagnose eine genaue Abstimmung auf die anderen Therapieverfahren der Chinesischen Medizin.


Qigong/Taiji

Die Bewegungsübungen Qigong und Taiji sind der „aktive Teil“ der Chinesischen Medizin, da sie vor allem auf Selbsttherapie basieren.

Bei den vielfältigen Techniken des Qigong (wörtlich „Arbeit“ oder „Umgang“ mit dem Qi) werden Atmung, Konzentration und Bewegung so aufeinander abgestimmt, dass der Qi-Fluss im Körper direkt gespürt und harmonisiert werden kann. Im Vordergrund stehen dabei die Wahrnehmung des Qi und der Umgang damit.

 

Taijiquan oder Taiji (auch Tai Chi), die Methode, mit „leerer Faust gemäß dem taiji zu kämpfen“, wird zum einen den chinesischen Kampfkünsten, zum anderen den gesundheitserhaltenden Übungen des Qigong zugeordnet.

 

Liegt beim Qigong die Betonung auf der Wahrnehmung des Qi, so stehen beim Taiji die gleichmäßigen, langsam fließenden Bewegungen und deren ausgleichende Wirkung im Vordergrund. Bei Qigong- oder Taiji-Übungen spielt die Natur-Symbolik eine große Rolle. So werden oft Bewegungsformen von Tieren nachgeahmt oder Übungen im Einklang mit den Jahreszeiten durchgeführt. Die medizinisch nachweisbaren Wirkungen sind sehr vielfältig. In hochrangigen Studien wurde die Wirksamkeit von Taiji und Qigong vielfach belegt.

 

 


Tuina

Tuina ist eine manuelle Therapie, die viele verschiedene Techniken zur gezielten Stimulierung von Akupunkturpunkten und Leitbahnen beinhaltet. Das chinesische Wort Tuina bedeutet „schieben und greifen“.

Tuina ist eine manuelle Therapie, die viele verschiedene Techniken zur gezielten Stimulierung von Akupunkturpunkten und Leitbahnen beinhaltet und auch zur Behandlung von Muskeln, Sehnen und Bindegewebe dient. Die dabei angewandten Bewegungen (wie Schieben, Ziehen, Reiben, Rollen, Klopfen, Greifen sowie Mobilisieren, Dehnen und Drücken) unterliegen bestimmten Abfolgen.

 

Wie Arzneimitteltherapie und Akupunktur unterliegt ihrer Anwendung eine Chinesische Diagnose. Deshalb muss der Tuina-Therapeut über ein fundiertes Wissen in Chinesischer Physiologie und Pathologie verfügen.

Besonders häufig wird Tuina bei Störungen des Bewegungsapparates angewendet, aber auch andere Erkrankungen wie z.B. Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden können erfolgreich behandelt werden. Besonders bewährt hat sich Tuina auch in der Kinderheilkunde.


Weitere Therapien: Guasha und Schröpfen

Die Therapieverfahren Guasha und Schröpfen sind weniger akademisch-medizinischen Ursprungs, sondern stammen eher aus der Volksmedizin. Da sie aber teilweise sehr wirkungsvoll und einfach durchzuführen sind, können sie eine Behandlung mit Arzneimitteln oder Akupunktur häufig sinnvoll ergänzen.

Bei Guasha wird mit einer abgerundeten Kante eines Gegenstandes auf eingeölter Haut geschabt. Dieses Verfahren verursacht eine verstärkte Durchblutung der Haut, wobei Petechien und kleine Einblutungen entstehen. Am häufigsten wird diese Technik bei Beschwerden des Bewegungsapparats angewendet. 

 

Eine ähnliche Technik ist das Schröpfen. Dieses Therapieverfahren wird in vielen Kulturen angewendet und ist gerade auch in China sehr weit verbreitet. Das Prinzip ist, auf einem begrenzten Hautareal einen Unterdruck zu erzeugen, welcher ähnlich dem Guasha zu einer vermehrten Durchblutung führt. Mit genauer Kenntnis der Leitbahnen kann so auch eine sehr spezifische therapeutische Wirkung erzielt werden.

 

Es gibt noch unzählige weitere Techniken, deren Prinzip sehr ähnlich ist. Meist wird analog zu Guasha und Schröpfen eine Mikroverletzung der Haut erzeugt, welche eine vermehrte Blutzirkulation bewirkt. Klassischerweise handelt es sich hierbei meist um ausleitende Verfahren.

 

 

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